Montag, 9. März 2009

Ich war noch niemals in ...

"Stopp Reiner, das kannst du jetzt nicht mehr singen. Das bringt Unglück!"

mh könnte stimmen.. deshalb hab ichs auch gelassen. Aber sowas kann ja auch nur ich bringen. Mitten auf der Brooklyn Bridge in einer Kleinstadt namens New York kommt mir dieses Lied in den Sinn. Wie immer bei plötzlichen Ohrwurmattacken weiss ich nicht wieso. Nun denn seis drum. Unglück hat ich dann auch keins und so kann ich euch nun von meinem US-Roadtrip erzählen.

Fangen wir mal mit dem Fahren bzw. meiner Route an. Es ging für mich von Montréal über Syracuse nach Washington und dann weiter nach New York. Von dort aus gings dann mit dem guten alten Greyhound wieder zurück nach Montréal. Ich war mit Eva (siehe Evas Kanada-Bloghaus) und zwei weiteren Leuten aus Québec - Amélie und Olivier- unterwegs gewesen

Wir sind also nach Washington nicht die konventionelle Route an der Küste gefahren sondern - quasi hintenrum - durch New York Upstate und die Appalachen. Der primäre Grund war, dass wir den Knoten New York zur Rush Hour und die Maut umgehen wollten.
Gut es hat länger gedauert als wir dachten, aber es war ganz lustig.
Ich musste zwar dem lieben Beamten von Big Brother alias Homeland Security (Grenzpolizei der USA) sogar erklären, warum wir es wagten, SORUM und nicht an der Küste fahren, aber gut er hats geschluckt.. das war so'n alter Hund der Sorte: Scheisse ich bin 150 Jahre zu spät dran für Cowboy mit Pferd, also mach ich einen Job mit Waffe und fühl mich ganz cool.

Aber als wir dann endlich unser Besuchervisum hatten, haben wir mal live gesehen was amerikanische Pampa ist .. mit einem Haus oder auch kleinen Dörfern, die unter anderem auch Madrid hießen (Simone, Eva und ich haben dich gesucht, aber leider nicht gesehen:) Nicht zu vergessen: die obligatorischen Fahnen und die großen Autos.
Zweimal sogar Aldi und das wichtigste: Der Mc Donald's,Burger, KFC oder Wendy's mit großem "Drive Thru". Amis fahren ja nicht wie die Deutschen nur rein (drive in) , sondern wenigstens gleich durch. Kurz gesagt, wir haben erstmal ein bischen unsere Vorurteile bestätigt.. Gott sei Dank sind gerade keine Wahlen. Unsinnige Wahlplakate haben zum perfekten Klischee noch gefehlt. Allerdings gab einen Radiospot für den Kampf gegen Fettleibigkeit bei Kindern, allerdings erst in Washington.

Nachdem wir dann unsere erste Nacht im Motel verbracht und wir den schlechtesten Kaffee unseres Lebens nicht getrunken, sondern lieber gleich weggeschmissen haben, kamen wir in Washington an.

Die Stadt strotzt gerade zu vor monumentalen Bauten in der Innenstadt. Hat auf der einen Seite etwas Schönes, auf der anderen Seite will man auch irgendwann sagen "Jetzt reichts aber dann"
So ist es auch kein Wunder, dass das Kapitol mit einer Wucht daherkommt, die erstauen lässt. Wenn man dann die Phase durch hat, kann man sich aber sofort freuen, denn Washington schont den Geldbeutel. Vieles ist umsonst. So kommt nach der obligatorischen Sicherheitskontrolle umsonst auch in das Kapitol.
Um Verwirrungen möglichst klein zu halten: Das Kapitol ist der Sitz des Kongresses, der wiederum aus den beiden politischen Kammern Senat und Repräsentantenhaus besteht. Ich dachte ja immer da sitzen nur die Repräsentanten drin. Und schon haben wir den Beweis, dass auch ich nicht immer alles weiss;)

Den Sicherheitsvorschriften des Kapitols, kein Drinken und Essen sowie keine Möglichkeit unsere flüssigen und festen Bomben zu lagern, haben es dann Eva und ich auch zu verdanken, dass wir höchstes dt. Kulturgut gesehen haben: Die Gutenberg-Bibel. Die liegt nämlich in der Bibliothek des Kongresses in der wir uns die Zeit vertrieben haben während die anderen Zwei im Kapitol waren. Danach waren wir natürlich an der Reihe im Kapitol aber Zufälle gibts manchmal...

Nach dem Kapitol stand dann die Mall an der Reihe: Der langgezogene Park vor dem Kapitol mit dem dem Washington- (der weiße Obelisk) und dem Lincoln-Memorial. Der Rasen konnte einem zwar fast Leid tun so platt und löchrig wie er immer noch ist von der Obama-Vereidigung, aber auch nur fast. Zu Baracks Wohnsitz haben wir uns natürlich auch noch hinbegeben und ich denk ja er war da, aber dazu gibts auch andere Meinungen. (Nicht wahr, Eva?)

Puh jetzt hab ich euch schon über 2 Tage so viel erzählt und jetzt noch 5 Tage New York. Na das machen wir dann mehr mit Bildern. Aber ein bisschen was erzähl ich schon noch, keine Sorge.

Ja, da hätten wir zB. den tollen ach soooo schlimmen Schneesturm vom Montag. Da es ja anscheinend in den dt. Nachrichten war, hier mal eine Klarstellung: Gut, ja es hat 15 -18 cm Schnee gegeben. Aber nur weil es die im März gibt, muss man nicht gleich ausrasten und wie mir dann von einer New Yorkerin erzählt hat, die öffentlichen Schulen schließen.. angeblich sei das im März schon lange nicht mehr vorgekommen und ich dachte immer oder hab immer gelesen, die haben im Januar und Februar viel Schnee.. aja und im März ist es dann schlimm.tz. Naja die sind und bleiben halt doch südlich der Grenze.

Zum Thema kulturelle Grenzen hatte ich dann auch ein Erlebnis: Ich hab über dt. Touristinnen mit einem Ami gelästert (er wusste, dass ich Deutscher bin). Fühlte sich zwar zuerst echt komisch an, aber ich konnte ihn echt besser verstehen. Er musste ihnen Geld fürs Flughafentaxi abknüpfen. Das war umständlich gesplittet, aber was kann denn er dafür. Anstatt halt dann höflich nachzufragen, warum das so ist, sind sie gleich pampig geworden. Das tollste war, sie meinten, nur weil sie auf deutsch lästern kriegt er nichts mit, aber natürlich hat er Gestik und Mimik voll verstanden..aber die beiden waren Gott sei Dank ein Einzelfall:)

Was hätten wir noch: ja also meine Wohngegenden hätt ich dann auch schon für meinen 3. Wohnsitz versteht sich. Zum einen Greenwhich Village bzw. Chelsea und Harlem. Während ersteres schon länger bekannt und teuer ist, wegen seinen niedrigen Häusern und der Nachbarschaft macht Chelsea vor allem wegen seinem Mix aus alten Fabriken Spass. Der sogenannte Chelsea-Market ist zum Beispiel in einer alten Keksfabrik untergebracht. Auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, hat es mir nach 3 min. voll Spass gemacht drin rumzulaufen. Von Harlem konnte ich mich dann auch mal live überzeugen, dass die No-Go-Area-Zeiten (wenn ich mich schon nicht über Neudeutsch aufregen kann, muss ichs glatt sebst verwenden:) dort auch schon längst vorbei sind und man schön Häuser mit Parknähe findet, ohne gleich Angst um sein Leben zu haben.

Ein Highlight für sich sind vor allem auch die New Yorker. Gut in Montréal wurde mir auch schon oft Hilfe ohne Nachfragen angeboten, aber die New Yorker Frequenz darin war verblüffend. Kaum hatte ich meinen Plan heraus gezogen, schon kam von links oder rechts die Frage ob ich mich auskenn, ob ich Hilfe brauche.. und war ich doch mal ratlos, war der nächste nette Polizeioffizier zur Stelle. Ich musste kein einziges Mal zweimal Nachfragen. Einfach toll.

Ja aus der Kategorie "Shopping in NYC" hab ich auch 2 tolle Erfahrungen gemacht.
Ich dachte ja immer macy's, ja toll größtes Kaufhaus der Welt. Einmal durch und bitte nichts sehen was mir gefällt, weil viel zu teuer. Tja falsch gedacht: ich habe eine Levi's dort gekauft .. das ist nämlich eigentlich eine Kette, die halt dort angefangen hat, aber preislich alle Kategorien bieten kann.. absolut Stil haben vor allem die Rolltreppen aus Holz(!). Die knacken und krachen so schön.
Zum anderen hätten wir dann noch den Laden Century 21. Sein Slogan "Fashion worth fighting for" (Mode um die es sich zu kämpfen lohnt) ist Programm. Ein Laden voller Designersachen für Frau, Mann und Kind von Kopf bis Fuß in dem verdammt viel los war. Ich war ja in der glücklichen Position Mann zu sein, bei mir gings, aber Julia (Freundin aus der Oberpfalz) war relativ schnell bedient..... Der Slogan ist, denk ich mal, nicht umsonst auf einen Hintergrund geschrieben auf dem 3 Frauen um eine Handtasche kämpfen.

Mit Julia wären wir auch schon bei den Oberpfälzern. Denn ja eine Gruppe war mir ja zu langweilig auf meinem Trip. Ich hab mal lieber gewechselt:) Am Dienstagabend sind Eva, Amélie und Olivier weiter nach Boston gefahren und ich bin in NYC geblieben und hab mich am Donnerstag mit Freunden aus der Schulzeit getroffen. Stefan sagte so schön: "Wenn er schon nicht heimkommt, treffen wir uns halt eben in New York." Bis Freitagabend war ich dann eben mit Ihnen unterwegs, war schön und lustig.. mit 4 Leuten mal wieder live Dialekt reden und zu sehen, dass sie immer noch die sind, die man im Kopf hat:)

Ja Freitagabend bin ich dann mit den Greyhound heimgefahren. Dieser uramerikanischen Buslinie. Nachdem ich ziemlich lange angestanden bin, lief alles glatt, wobei ich mich da auch wieder fragte, warum man zum Tanken alle Insassen rausschmettern muss aus ihrem Schlaf, sie aussteigen lässt, damit man sie 10 Minuten später wieder einsteigen lassen kann.
Die Grenze lag auch etwas zu früh: Ich hab gerade so gut geschlafen und danmn war sie da um halb 4 morgens. Aber wenigstens waren die kanadische Grenzbeamtin nett zu mir. Wollte meinen Koffer nicht sehen und hat sich mit meiner ungefähren Wertangabe zufrieden gegeben.

Tja der Trip endete um 6h morgens. Als ich mit der ersten Métro heimkam...

So die Bilder gibts dann mal in chronologischer Ordnung und wie immer mit Erklärungen. Die mach ich dann aber mal morgen früh:)

Bin zum nächsten Mal
viele liebe Grüße
Reiner


Dienstag, 10. Februar 2009

kalt, kälter..wärmer!

So da hat er uns jetzt erzählt ,was er das eine Wochenende gemacht hat und verliert kein Wort was er jetzt das GANZE restliche Monat so gemacht hat..

mh für alle die es interessiert und vor allem wieder einmal für mein liebes Bruderherz (ja Hanna, einen 'Nachfrager' hat glaub ich jeder ;) kommt hier mal ein résumé der letzten Tage.. oder auch Wochen

erst einmal wurde es kälter.
gleich am Tag nach meiner Ankunft gab es einen netten Schneesturm mit 25 cm Neuschnee. Damit ich auch ja nicht vergesse was kanadischer Winter heisst. jaja die Temperaturen fielen da erst mal so auf -10 wieder ab.. doch kaum war der Schnee einigermaßen weg (Wie man das macht, zeigt uns Fabi hier mit einem Video) kamen auch schon die ersten Meldungen über eine Kältewelle.
Mh okay, toll.. ich bins ja gewöhnt. Kälte kann mir nichts mehr. Aber als dann kurz darauf die Meldungen über die Kältewelle mit 'Brrr' angekündigt wurden, wurde ich misstrauisch ..Könnte meine lange Unterhose vll doch etwas mehr das Tageslicht gegen das schumrig-guschlige Schublicht tauschen: Ja konnte sie .
De facto war es bei uns laut den schlauen Meterologen in der Zeit genau so kalt wie am Nordpol.
-32 bis -35 Grad.
Mh als ich am ersten Tag mich fertig machte zum Rausgehen, dacht ich mir: Wo kommt sie als erstes an? DIE Kälte? Augen, Nase, Stirn?
Nun denn es war : am Hals oder im Rachen besser gesagt. Denn für ein 1-2 Sekunden gefriert einen der Atem... ja das klingt jetzt aber schön nach Horrorfim-Werbung.
War aber eigentlich gar kein Horror. Gut ich mein, das Schwätzchen an der Bushaltestelle fiel zwar Bewegungsübungen zum Opfer.. und sogar unverbesselichere Haargel-junkies wurden auf einmal mit Mütze oder mindestens 2 Kapuzen gesichtet.. aber hey die Sonne schien vom blauen Himmel (nee Simone, ich hab noch alle Tassen im Schrank:).

..während dieser Phase oder auch kurz darauf fühlte ich mich mich dann mal wieder so richtig deutsch.
Zum einen hab ich in einem Kurs von mir die Doku 'Sind Kommunisten die besseren Liebhaber?' angesehen. Natürlich war der Film auf frz. und deshalb kann ich euch nicht garantieren das der Titel der Originaltitel ist, aber ich hab von der Doku daheim schon gelesen gehabt, aber sie leider nicht gesehen. Darin wird auf süffisante und doch sehr informativ-argumentierende Art zunächst aufgedeckt, dass - kurz nach der Wende- die Ossis, laut mehreren Studien und Untersuchungen, ein aktivieres Sexualleben hatten als die Wessis. Danach wird gezeigt, wie es dazu kam.
Der Faktor warum ich mich dabei so deutsch fühlte, war vor allem der, dass die Orginalausschnitte aus den Wochenschauen und natürlich der gute Herr Honecker alle nicht synchronisiert sondern nur untertitelt wurden. Ich saß da und hab schon gelacht, und fünf Sekunden später haben die Anderen dann auch mal gelacht. Vor dem Film hab ich erst mal 5 Minuten die frz. Abkürzungen erklärt: Denn im Frz. ist die Verwechslung noch perfekter: RFA (BRD) und RDA (DDR) hören sich eben verdammt gleich an.
Zum anderen hab ich ich mir im Kino 'der Vorleser' angesehen. Diese Geschichte, die deutscher nicht sein könnte und daher auch komplett in Deutschland gedreht wurde.Einschließlich eines 'Oh man Scheisse' eines Komparen (was in der engl. Orginalfassung sehr auffiel) und bis auf wenige Darsteller, alle mit dt. Schauspielern. Okay 2 Engländer, Ralph Fiennes und Kate Winslet, haben Hauptrollen, aber nicht die einzigen.
Okay ich glaub zum Inhalt muss ich jetzt nicht mehr soviel sagen. Dank Berlinale und 'Kate-Winslet-Fieber' (Spiegel online), wurde euch die Story schon mindestens 5 mal um die Ohren geklatscht(oder doch nicht?). Interessant finde ich nach wie vor die verschiedenen Reaktionen: Der Spiegel findet ihn global zu brav. In der Le Monde (Paris) wird er als so langweilig abgetan, dass 'einem sogar das Aufzuggeräusch auffällt' (Ich überleg ja seit dem, wo in dem Film, wann ein Aufzug kommt, aber egal.oder vielleicht im Kino in dem der Kritiker saß?) Nur den Kanadieren scheint er in beiden Sprachen zu gefallen. und da muss ich zustimmen: Der Film ist nicht schnell und ja man könnte noch kritischer mit dem Stoff umgehen, aber wer im Gegensatz zum Kritiker der le Monde, sich einmal mit der berühmten gleichnamigen Vorlage von Bernhard Schlink beschäftigt hat , der wird sehen, dass der Film wenigstens schneller ist als das Buch. Denn der Film entfernt sich -im Gegensatz zum Parfüm - Gott sei Dank teilweise ziemlich weit von der Vorlage und fängt daher auch nicht damit an, dass Michael Gelbsucht hat..Nun denn wenn ich ich nicht irre, ist er in den dt. Kinos ab dem 26.2. zu sehen.

Nun kehren wir aber mal wieder zurück zum Spaß. Es war Igloofest: Die Wintervariante des Pkinik elektronik. Die Beats der Plattenteller wummerten uns dieses Mal auf einem Kai des alten Hafen abends entgegen, aber es blieb trotzdem alles draußen..war ne gute Stimmmung dort. Um ehrlich sein fast zu gut. Ich oder wir sind irgendwann mal in den ruhigeren Eisigloobereich. Es springt sich halt doch nicht so lang mit Winterstiefeln. Aber war schon cool den sonst eher ruhigen Kai mal ausgeleuchtet und in Parystimmung zu sehen und wie die Werbung versprach war es uns auch gar nicht so kalt. -->Der Slogan der Werbung:" Mit dem Spassfaktor hat es diesen Winter 32 Grad auf den Kais des alten Hafens."
Ebenfalls sehr spassig war es letzten Sonnag. Mal wieder Mont royal. Dieses mal im Winter.. oder Fast-Frühling. Denn es hatte schon 0 Grad und hätte uns nicht der alte Bekannte Wind mal wieder berauscht besucht, hätte man fast schwitzen müssen. Aber so wars ganz witzig oder und wir sind ein bisschen Schlittengefahren oder Plastikteller gerutscht. Ich habs zwar nie bis zum Ende geschafft, irgendwann auf der Strecke hatts mich immer von meinem Teller runter. Aber wie sagte Fabi so schon: "Noch 5 mal und du wärst auch mal unten angekommen." Nun ja konventionell kann das ja jeder.
Ja und seit Montag wurde es dann stetig wärmer: +6 gestern und es war schon ekelig und +3 heute und es ist noch ekeliger mit Dauerregen. Also wer von euch wars?. Wer hat ne Portion dt. Ekel-ich-kann-mich-nicht-entscheiden-ob-Herbst-oder-Winter-Wetter in ein Paket gepackt und zu mir geschickt? Ihr könnt mir alles schicken: Milka, Gummibärchen, Kinderschokolade oder auch ein gern geräucherten Schicken, aber lasst mir beim nächsten Mal das Wetter draußen!

Ein paar Fotos gibts auch, aber nicht viele.
Nun denn in diesem Sinne, machts mir gut
Bis bald Reiner

Montag, 26. Januar 2009

Québec - eiskalt

Liebe Bloggergemeinde,
lange musstet ihr warten und da bin ich nun wieder.. live aus Montréal - mittendrin im Winter.

Aber ich will euch jetzt nichts über MTL erzählen, sondern über Québec-Stadt - diesmal eiskalt und sehr sehr spaßig. Denn am Freitag war es soweit, ich bin mit ein paar Freunden zum ersten Mal (und ich hoff diesmal nicht zum letzten Mal) wieder runter von meiner Insel und ab in die Provinzhauptstadt. Denn die hatte dieses Wochenende das "Red Bull Crashed Ice" zu Gast.
Was das ist, lass ich jetzt mal die Info-Profis vom Spiegel erklären. Alle mal hier drücken.
So jetzt wisst ihr also schon mal um was es geht, das es verrückt ist und wer gewonnen hat.. Übrigens war kein dt. Teilnehmer dabei, "nur" ein Össi (4. Platz). Was unseren Schluchtenscheißer sehr gefreut hat.

Womit ich auch schon bei meinen Mitfahrern wäre: Da hätten wir
Fabian (Bei dem kann man einfach nichts mehr hinzufügen)
Marc (Franzose und mein Hostel-Zimmergenosse in der allerersten Woche in MTL)
Michael (Besagter Schluchti, wohnt eigentlich in Wien, wenn er nicht gerade Bier
mit mir trinkt)
und ab Samstag auch Sara (die - Gott ei Dank - herrlich unneutrale Schweiz-Kanadierin)
und eben meine Wenigkeit.

Was das Spiegelvideo völlig außen vorlässt, waren die knackigen Temperaturen dieses Wochenendes.. über -10 oder -15 Grad kamen wir nie hinaus..
Hinzu kam ein vor allem am Samstag sehr netter Wind, der sich (Zitat Fabi vom Blog)
gnadenlos durch selbst kleinste Klamottenritzen frisst. Nun ist der Mensch bekanntlich ja ein visulles Wesen und deshalb war mein Gesicht, mangels einer Sturmmütze, auch dem Wind ausgesetzt. Was mich irgendwann in einem freiliegenden Park, über den der Wind peitschte, das erste und ich hoff einzige Mal; zu der Nachfrage verleitete: "Sind meine Backen eingefroren?" Nach dem wohltuenden Nein gings dann endlich etwas bergab und bald war wieder alles da, inklusive meiner Tropfnase.

Aber genug mit Kälte-Jammern, das konnte ja Deutschland nach der Übungsphase nach Weihnachten schon besser. Wir wollten ja da hin.. also nix da und lieber eine Poutine gegessen, denn die gabs mit dem Wetterrabatt gleich mal um 20 oder 24% billiger.. umso kälter es ist, umso billiger die Poutine.
Diese herrliche Mischung aus Pommes Frites, Batensauce und quietschigem Käsebruch, die einem gleich wieder spüren lässt, dass der Magen noch da ist, denn der ist danach etwas schwerer. Wer mehr drüber wissen will, der ist diesseits wie jenseits des Teiches bei Wikipedia gut aufgehoben.
(sogar auf deutsch; nur eins: der Käse muss IMMER quietschen)

Naja man kann ja noch eine gewisse Anzahl von Kleidungsschichten anlegen, was wir auch ohne Hemmungen machten. So hatte ich am Samstagabend an der Strecke vom Crashed Ice auch ingesamt 4 Schichten, davon 2 Pullis, um meinen Oberkörper und meine Füße in 2 Socken, von denen eines natürlich Mamis Selbstgestrickte waren. Aber nicht bewegen war trotzdem nicht drin. Aber das wussten die Veranstalter auch und so haben sie die gesamte Strecke, also die Ganze Altstadt von Québec, per DJ beschallen lassen, was der Stimmung ganz gut tat. Ja dann haben wir alle Männer und Frauen dabei angefeuert, wie sie ins Ziel gefahren oder auch auf ihren Arsch gerutscht sind. Denn der Parcours ist ja nun mal wirklich mörderisch und fies. Der Langsame fiel immer über die Rampen, der schnelle Springer schaffte es auch so, vorausgesetzt er konnte die darauffolgende 180-Grad-Kurve krazen:)

Ja danach oder auch schon am Freitag sind wir dann immer in Bars . alle mit ihrem sehr eigenen Charme: von souverenistisch (" Die Welt braucht ein neues Land - Québec") ,über einfach nur klein urig ohne Getränkekarte, bis zur boîte à chanson.In dieser - wörtlich übersetzt - 'Liederdose' steppt der Bär in der Stadt. Eine kleine Gruppe oder auch ein Einzelner interpretieren eine ganze Reihe von Liedern.. mal nur mit Gitrarre, aber auch mit Holzlöffel- oder Quetschn
begleitung (kleines Akkordeon).. und man tanzt oder singt einfach nur mit. .Mit dabei war hier auch unsere liebe Eva, die ja seit September auch beim " MuK in Québec" mitmacht, nur eben in der Hauptstadt selbst

So ansonsten hab ich mir dann noch einmal die Chutes Montmerency (die Montmerency-Wasserfälle) angesehen. Diesmal eben im Wintergewand. Fands ehrlich gesagt schöner als im Sommer. Kaum Touristen, keine Seilbahngondeln, die das Bild stören - einfach ein ganzes Stück ruhiger und gelassener.

Nun denn auf der Rückfahrt haben wir noch einen Stopp in Trois-Rivières gemacht. Aber um ehrlich zu sein hat die Stadt so auf den ersten Blick nicht so viel zu bieten. Nur ein paar alte Häuser und eine Kathedrale.

So, bevor ich nun ende, noch ein paar Hinweise zum Blog an sich.. er ist mit dem Bild rechts jetzt etwas 'saisonal gewürzt'.. und ja nicht zu vergessen: Die Blogliste hat zwar Augsburg - vorübergend - verloren aber dafür Madrid (Erdbeerbaum) gewonnen.. und bietet euch jetzt dank Hanna, Matze und Roman, Einblicke nach Dänemark (Aarhus) und Estland (Tallin).

So das wars fürs erste
Euer Reiner

PS an alle Oberpfälzer: Auf nach Prag und Crashed Ice gucken..macht super viel Spass.







Freitag, 5. Dezember 2008

Eingefroren!

So da bin ich wieder
Diesmal mit dem wohl kältesten Blogeintrag - er beschäftigt sich nur mit Eingefrorenem:

Als erstes hätten wir da das Wetter: -4 Grad.
Es schneit gerade ..yippie
und ja um so manche Menschen komplett zu schocken: es bleibt so!
Aber ja wir erreichen dann die nächsten Tage auch temperaturen, die den Québecois dazu veranlassen, das Wetter verdammt kalt ("fret") zu nennen.. -16 Grad am Donnerstag.. und bitte nicht billig nachts sondern schön tagsüber.. wenns nachts wär wärs ja grad mal kalt!
Wir leben hier ja schließlich nicht in Baden, okay oder auch in den meisten anderen dt. Regionen, oder sind gerade in Buenos Aires;)

Als 2. hätten wir dann folgende Meldung:
Das politische Kasperltheater in Ottawa ist seit Donnerstag
ebenfalls eingefroren.
Der Premier hat die Vertagung, wie das Ganze offiziell heisst, nach 2 Stunden Diskussionen mit der Governeurin erreicht.
Die nächste Parlamentsitzung findet erst wieder am 26. Januar statt und dann darf das Kasperle von vorne anfangen.

und zu guter letzt darf ein bisschen Kultur nicht fehlen:
Ich hab am letzten Freitag an einem Freeze teilgenommen bzw. ihn fotographiert.
und was heißt jetzt Freeze: Nunja man macht mit möglichst vielen Menschen einen Ort und eine genaue Zeit aus.. und 'friert' dann für eine gewisse Zeit ein..in seiner aktuellen Pose:
Sei es nun das Zeigen, Fotographieren oder ganz nett: das Vertreiben des Taschendiebs.
Das ganze fand diesmal im Complexe Desjardins.. einem Kaufhaus-Geschäfts-Komplex in der Innenstadt statt und dauerte 4 Minuten..
und ein paar Bilder und ein Video gibts natürlich auch davon

das nächste Mal dann wieder zuminderst mit aufgetauteren Themen, denk ich mal
Bis dahin, Servus
Euer Reiner

Dienstag, 2. Dezember 2008

Wahl, Wahl, Wahl....Wahl?

Guten Abend Deutschland
(die Uhr von Blogger stimmt nie! Bei mir ist es jetzt 17:20h und bei euch somit 23:20h)

Da ja Kanada in der dt. Presse immer etwas ein Stiefkind ist, gibts heute mal einen politischen Eintrag..aber keine Angst es gibt jetzt nicht gleich nen ganzen Kurs zu kanadischer Politik sondern nur nen kurzen, vll sogar witzigen Einblick...Also können auch die Mone, dat Sinchen und sonst alle jene, die Politik eher peripher (ach wie hochgestochen-super-akademisch-deutsch vermisse!) interessiert mal nen Blick riskieren:)

Lektion1: Kanadische Politik ist der britischen sehr nah..
Wenn der Premierminister Lust drauf hat oder mehr Macht will, geht er zum Governeur und sagt: Ich will Neuwahlen.
Da die Provinzgoverneure und die Governeure générale (Stellvertreter der Queen und ja für das ganze Land ist eine Stellvertreterin - gerade in Tschechien unterwegs) ungefähr genauso dekorativ im Politikapparat sind, wie ihre Majestät selbst oder auch der dt. Bundespräsident, sagen sie im Normalfall "ja"...
Nachdem man dann einen guten Monat durch die Provinz oder durchs Land gehetzt ist..sind sie dann da. Die Wahlen...

Aber jetzt wirds ein bisschen viel:
14.10. die nationalen Wahlen
04.11. die US-Wahlen (ja gaaaanz wichtig, auch wenn keiner wählen konnte) OBAMA
08.12. Provinzwahlen für Québec

Oufff muss das wirklich sein. Keiner will mehr, keiner hat Lust..und überhaupt wieso?
Der Premierminister von Québec möchte in Zeiten der globalen Krise eine stabile Regierung, damit Québec jene besser meistern kann..
aja mh.....Gäääääääähn. Das haben wir aber schon besser gehört.. wo sind die Seperatisten, wo das nächste Referendum?
Zur Zeit außer Sichtweite! Sogar die parti Québecois (man könnte sie auch zweifelsohne zugespitzt "Partei freies Québec" nennen) sagt: vielleicht mal in 10-15 Jahren...
Referendum ist grad schlichtweg nicht in Mode.
und so fragt sich der Québecois was er tun soll und ob er überhaupt wählen soll. Denn schon bei den Nationalwahlen blieb alles beim alten...aber wozu hat das Land Karikaturisten?

Warum keinen schwarzen Premier.. und wenn wir keinen haben dann malen wir uns eben an. Aber nicht doch gleich alle.. und ja das mit dem Englisch könnte auch noch besser gehen.
Zuminderst bei Madame Marois, Chefin besagter Parti québecois und wie man in den letzten Tage hörte, eifrige Englisch-Lernerin. Denn ob man es nun bei aller Francophonie glauben will, oder nicht: Eine parteiinterne Kommission hat ihre Schwächen und Stärken erarbeitet und sah es als eine Schwäche an, dass Madame, wie in der Karikatur, nur ganz schlecht englisch kann.
Der Herr ganz links ist dann übrigens der derzeitige Premier Jean Charest...und eigentlich jeder denkt er wirds wieder.. also warum eigentlich wählen ..

So und warum jetzt das 4. Wahl mit Fragezeichen:

Nun ja seit rund einer Woche ist in Ottawa (für alle Geographie-Künstler: Regierssitz Kanadas) das Chaos los. Die Konservativen und ihr alter und ,wie schon gesagt, neuer Premier Stephen Harper wollten an der Parteienfinanzierung was ändern oder besser gesagt kürzen.
Frei nach dem Motto: in der Zeiten der Krise sollten wir ein Vorbild sein und sparen. Aber bitte nur bei den Parteien..die Minister, es sind glaub ich gerade 34(!) und den Regierungsapparat wollen wir dann doch behalten.
Nun sparen macht bekanntlich keinem Spass und man sollte solche Pläne nicht machen wenn man eine Minderheitsregierung stellt.
Nun ist eine Minderheitsregierung nichts besonderes in Kanada.. Sie ist zur Zeit sogar die Regel.
Denn Lektion 2: Koalition ist Teufelszeug! Man macht sie nicht. Sie ist wie Grün für die CSU oder wie die PDS für die meisten Wessis: böse! (Es gab erst eine, während des ersten (!) Weltkriegs)

Aber wie Deutschland ja schon im ersten Halbjahr 2008 gesehen hat: Not macht erfinderisch und bringt Ideen ins Spiel die vorher undenkbar waren. In Frakfurt/Main gibts jetzt zumindert eine CDU-Grüne Koalition und Hessen hats ja mit der PDS versucht.. und so spricht seit Samstag das ganze Land über eine mögliche Koalition der Oppositionsparteien.oder zuminderst von Zwei mit Unterstützung der Dritten..

Aber so einfach ist das ja in einer Demokratie nicht mit Machtübernahme.
Zuerst muss ein Misstrauensvotum her. Gut kein Problem: Die Opposition hat ja die Mehrheit.
Nur hätten wir da noch das Schmuckstück namens Governeure générale. Die normalerweise - JA - Neuwahlen ausrufen würde...und jetzt wirds richtig nett: die Verfassung sieht keine genauen Anweisungen vor..alles ist Auslegungssache.
Sie selbst sagt sie muss für Kontinuität sorgen... ja und was heisst das konkret? Mh wir werden sehen. Sie eilt extra früher aus Osteuropa nach hause und ist ab morgen wieder da.
Seit gestern ist dann nämlich auch der Premierminister endgültig verzweifelt und überlegt öffentlich das Parlament "einzufrieren". Laut kanadischer Verfassung darf er zwar den Governeur darum beten, aber eigentlich wird diese Maßnahme seit den 30er Jahren als Notfall angesehen und würde die nationale Politik bis 24. Januar schlichtweg lahmlegen..
Dann würde es noch einmal heissen: neue Regierungserklärung und neue Budgetverhandlung .. oder vielleicht doch wieder Wahl???
Das Kasperle spielt weiter und ich werde weiterhin beobachten...

ach ja noch was zu meinem Blog: Ein neuer Link kam zu meiner Blogliste: der Blog von Fabi..
wir wohnen zwar nur ne Métro-Station auseinander...aber da er die Stadt etwas öfter verlassen hat als ich bisher..haben seine Einträge mehr Eindrücke aus Boston, New York oder Toronto ...
ach und Brunderherz an ihm kannst du auch mal sehen, was wirklich 'wenig bloggen' heisst.

so das wars...is lang genug geworden;)
Servus Reiner














Donnerstag, 6. November 2008

Halloween

So da bin ich wieder!
Ja auch ich kann öfters Bloggen:)
Nun gut kommen wir zu Halloween.
Es waren ja schon seit Anfang September Halloween-Artikel zu haben, aber wir haben uns alle erst in der letzten Woche so richtig eingekleidet...und Fabi und ich sogar erst am Donnerstag: Abends war die erste Party, natürlich Kostümpflicht, und wir hatten noch nichts: Was machen wir? Was machen wir? hmm ein paar machen Piraten, machen wir auch welche? Aber dann hat Fabi eine Kapitainsmütze gesehen und aufgesetzt.. wir hatten unser erstes Acessoire. Dann haben wir uns noch einen sehr hübschen Schnurrbart ausgesucht (der wie immer nicht lange hielt, leider)
Den Rest haben wir uns dann bei der 'l'armée de salut' gekauft.. soll heißen Altkleidergeschäft; und die haben zu Halloween auch noch 50% reduziert. So haben mich Hemd, Hose und die wunderschöne Krawatte nicht mal 10 $ gekostet..an der Krawatte war der Preiszettel eingenäht: 50 $.. ich hab sie für 1,50 mitgenommen.
Es war auf jeden Fall ein Heidenspaß.
Am ersten Abend (Donnerstag) waren wir auf der Party von Fabis Uni und am 2. Abend war ich dan mit Leuten von meiner Uni in einer 80s-90s Disco.. in die ich unbedingt nochmal reinmuss. Denn zum ersten Mal fand ich so ne Disco; oder Veranstaltung überhaupt; ganz gut..

Alle verkleidet, alle ziemlich lustig.. sogar die Nachrichten in der Métro war einfach nur Halloween:
"Die Halloween- Nachrichten: Heute morgen wurden zwei abgehackte Beine, drei Arme und ein verwüsteter Kopf gefunden. Sollte sie jemand vermissen, so soll er sich bitte an das Fundbüro der Monster, Feen und Waldgeister wenden." Oder diese hier: "Die schwarzen Katzen haben heute auf ihrer Generalhauptversammlung beschlossen, in den Streik zu treten, sollten ihnen die Restaurantbesitzer weiterhin bluthaltige Tischreste verweigern!"

Oh ja.. gruselig oder zuminderst verrückt.. aber um ehrlich zu sein, die verwirrtesten Gesichtsausdrücke habe ich bei manchen Leuten hinterlassen, als sie gefragt haben, ob ich in Deutschland auch Halloween feiere.
"Ja wie bei dir gibts Tage, an denen das Feiern verboten ist?.. und wie hast du dann Halloween gefeiert".. "mh wie wohl kleiner, kürzer oder bis die Polizei kam.." (gerade in Augsburg wird das ja eh schön langsam zum Maßstab für gute Parties..Das A steht eben doch für Anwohner und nicht für Augsburg im KFZ-Zeichen:)

So das wars für heute. (Wie immer, gibts auch ein paar Fotos nebenan)
Bis bald
Reiner


Samstag, 1. November 2008

Wunder geschehen immer wieder..

..irgendwie war das mein Ohrwurm die letzten Tage.
Klingt komisch is' aber so..auch wenn ich ihn hier nicht gehört hab' den guten Roy Black (viellleicht ja weil er aus Augschburg kam, der Gute) .

Aber es passt ja ganz gut.. schließlich kommt es ja fast einem Wunder gleich, dass ich mal wieder blogge:) zuminderst für meinen lieben Bruder.

und wieder einmal ist viel passiert, manches gewollt, manches ungewollt..und irgendwie hat sich alles überschlagen. So aber nun einmal von vorn:

also am Wochenende vom 10.-12. Oktober war ich im Norden. Zunächst in Tadoussac und dann in Québec.. Natürlich Herbst pur, Farben en masse..aber auch das erste Mal bei meinem Aufenhalt: Kälte. Denn wie auf der Karte bei den Fotos sehen könnt, ist das schon ein gutes Stück nördlicher..und so sind wir bei Frühherbst losgefahren und bei Spätherbst 7 Stunden später ausgestiegen.. übrigens sind 7 Std für Québecois oder für Kanadier im Allgemeinen keine Entfernung. Fabi hat das treffend auf den Punkt gebracht: ..ja das sitzen die doch auf einer halben Arschbacke ab.

Für alle Fronco-Resistenten Leser also 95%:-), hier ein kurzer Einschub: québecois, was man so ausspricht [kebequa], ist das Adjektiv zu Québec.. und auch die Bewohner werden so als Einwohner damit bezeichnet weiblich dann halt québecoise [kebequas]..ich könnte auch immer Québecer sagen, aber das klingt nicht so gut und sieht gleich sowas von falsch aus.. sorry aber da bin einfach zickig.. Klar man sagts in Deutschland aber da gibts ja auch in manchen Gegenden eine Maaas anstatt ne Maß:)
Sorry liebe Badner und Schwäble aber warum lernt gerade ihr es nie?

Die Hauptattraktion in Tadoussac sind die Wale.. die fressen sich dort den Sommer den Bauch voll, denn vor dem Ort ist im "Flussbett" ein Riesenabsatz (ich weiss nicht mehr genau wieviel aber ich glaub so 100m), der das Tiefenwasser zwingt aufzusteigen, durch die Sonne können sich dann Algen bilden. Hinzu kommt noch nettes Süßwasser, was auch noch irgendeine Sache besteuert (leider weiss ich nicht mehr was) und fertig ist das Festmahl..
Der aufmerksame Leser, also ich hoff ja jeder, denkt sich jetzt: ja wie Oktober ist ja nicht mehr Sommer. Stimmt. und im Hochsommer sind auch noch mehr Wale da, aber um ganz ehrlich zu sein, war ich froh außerhalb der Saison dort zu gewesen zu sein. Denn sogar jetzt waren mit uns 5 Schiffe auf dem Wasser. Man könnte ihnen schon ausweichen, aber ich will mir gar nicht vorstellen wieviel Schiffe dann -bildlich gesprochen- im Sommer Wale "jagen".. und außerdem haben wir auch ne halbe Stunde Verlängerung bekommen. ich denk mal im Sommer auch nicht drin:)
Soviel zum Thema: Wale sieht man maximal bis Anfang September.

Weiter gings nach Québec selbst.. die Wiege der Nation Kanadas und von Québec ja sowieso.
Die einzige Stadt dieses Kontinents die eine komplette Stadtmauer hat: Die Franzosen mussten sich ja vor den bösen Engländern schützen und seit 1985 Weltkulturerbe.. Seitdem beschäftigt man sich dann auch mit sowas wie Denkmalschutz. Davor war es nämlich um jenen nicht so gut bestellt. Sag nicht ich, sagen sie selbst:) nunja die Stadt feiert das ganze Jahr schon seinen 400. Geburtstag.. und ja wie man letzte Woche hörte, war es sogar ein finanzieller Erfolg.. vll sollten sich die Deutschen da mal Rat holen.. Bei uns klappt das ja nie so richtig mit Kultur und Budget und im Budget bleiben..
Auf jeden Fall eine sehr schöne Altstadt.. und für Amerikaner so französisch, dass sich Steven Spielberg für "Catch me if you can" (Der mit dem Betrüger im großen Stil und dem FBI-Agenten der in fangen will) den Weg nach Frankreich gespart hat, und die Szenen am Schluss die so schön nach französischen Dorf aussehen hier gedreht hat.

ja dann gab es noch zwei Highlights:
Zum einen haben wir Eis-Cidre getestet, für diesen Apfelwein müssen die Äpfel mindestens 4 Tage bei -10 Grad frieren und werden dann geerntet bzw. gepresst - was auch ein einhalb Tage dann dauert. und dann wird vergoren und fertig ist eine Spezialität der Provinz!
Ich muss aber sagen, dass mir die Marmelade besser geschmeckt hat, aber schlecht war er nicht:)

und dann noch die Chute(s) Montmorency.. diese Wasserfälle sind in der Nähe von Québec. gegenüber der île d'Orléans.. nunja schaut euch einfach mal die Fotos an. Da gibts dann ein paar Erklärungen dazu.

So kommen wir nun noch schnell und bündig zu dem, was mich abgehalten hat zu schreiben.. Zum einen musste ich mal ne Arbeit für einen Kurs abgeben und irgendwie wollte die Arbeit nicht enden..
Zum anderen hat der Geldautomat meine Kredtkarte gefressen.. und ja nun kann ich euch bestätigen, man schaut mindestens geauso blöd wie die Leute im Fernsehen. Nun gut
. Nachdem ich erfahren hab, dass die Alte sofort zerstört wird im Automaten (wie praktisch !!) musste ich mir eben eine Neue aus Deutschland schicken lassen . jetzt hab ich ja eine neue Karte und alles ist wieder in Butter..

So das wars jetzt mal für dieses Eintrag, ich hoff ich komm bald wieder zum Schreiben
Servus Reiner